• Nadine

Was sind eigentlich gute Texte?

Aktualisiert: 6. Apr 2020



Frage Nummer 1: Wer ist Dein Kunde ?

So, nun ist es soweit. Du bist selbständig oder auf dem besten Weg dorthin und stellst fest, dass noch so viel zu tun ist: Website, Flyer, SocialMedia. Vielleicht sogar Produkttexte und einen Newsletter. Und irgendwie drehen sich am Ende die meisten Aufgaben rund um das Thema TEXTE.

Content heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort und solch nette Headlines wie „Content is King“ vielleicht auch Dir schon einmal begegnet.

Natürlich werden Texte meist mit Bildern ergänzt (Stockfotos sei Dank) aber im 1. Step gilt es zu überlegen, was Du wem eigentlich überhaupt mitteilen möchtest und wie diese Inhalte genau DEINEM Leser einen Mehrwert bieten können.


Für wen schreibst Du eigentlich?

Diese Frage taucht bei nahezu allen TO DOs seit meiner Selbständigkeit auf. Theoretisch wusste ich, wie wichtig das Thema Zielgruppe ist.

Praktisch habe ich mit meinem Kleingewerbe begonnen, ohne vorab ein Branding aufzusetzen. Kunde 1 war eben schon da. Damit auch die ersten Aufträge und die nächsten sollten folgen. Somit hatte ich zwischen Brotjob, Kind und Haushalt keine Muse, auch noch dieses Thema anzugehen.

Großer Fehler! Denn ein Jahr später alles noch einmal auf Null zu setzen, ist definitiv noch anstrengender.

Aber zurück zur Zielgruppe. Denn diese gilt es im besten Fall als aller erstes zu bestimmen. Für sie erstellst Du alle Außenauftritte, sprichst sie mit Problemlösungen und Angeboten direkt an und zeigst Lösungswege auf.

Ich habe sehr viel zu dem Thema gelesen und die für mich beste Strategie der Zielgruppen-Definition ist definitiv die, sich exakt den EINEN Wunschkunden heraus zu picken und alles genau auf ihn maßzuschneidern.


Mit wem möchtest Du arbeiten?

Stelle Dir nun also die Frage, mit wem Du am liebsten arbeiten möchtest. Bei wem musst Du Dich nicht verstellen? Wer versteht Dich am besten und mit wem kommt es am wenigsten zu Reibungspunkten?

Ab sofort wirst Du nämlich alles nur noch für ihn erstellen. Für diesen einen Wunschkunden. Vielleicht hat er einen Namen und es gibt ihn tatsächlich. Vielleicht wird es auch nur ein Avatar / eine Persona, der Du nicht zwingend ein Gesicht geben musst.

Diese eine Frage ist der Grundstein für wirklich ALLES, was folgt!

Mache also nicht den gleichen Fehler wie ich und nimm Dir genügend Zeit bis Du Dir wirklich sicher bist, wen Du ansprechen möchtest. Ich bringe immer und immer wieder das Beispiel der eierlegende Wollmilchsau, die viele Agenturen gerne sein möchten. Es wird mit Full-Service geworben aber diesen gibt es nahezu nirgendwo aus eigenem Hause. Er wird fast überall schlicht und einfach über weitere Agenturen oder Freiberufler hinzugekauft. Dies nur als kleine Hintergrundinfo.


Los geht´s mit der Anrede. Ist Dein Kunde ein Mittelständler und eher klassisch aufgestellt, wirst Du ihn eher siezen. Bei Lea, die in einem Berliner StartUp arbeitet, gehst Du ganz bestimmt auf das DU und schreibst eher wie Dir der Schnabel gewachsen ist.

Du verstehst, was ich meine?!


Sorry, wenn ich mich wiederhole, aber nimm Dir für diese Entscheidung bitte wirklich die notwendige Zeit. Ich selbst wollte (wie wohl die meisten unter uns) zuerst einmal eine eierlegende Wollmilchsau werden. Konzerne, Gründer und auch KMU ansprechen aber natürlich auch gerne bei privaten Anfragen helfen können.

Tja, zwischen wollen und können liegen aber auch einfach ein paar Meter.

Deshalb habe ich mich mit der Umstellung vom Nebengewerbe zur vollen Selbständigkeit auch für die Umstellung vom SIE auf das DU entschieden. Wohlwissend, dass ich mich damit bei einigen Kunden ins AUS schießen könnte.

Aber wie heißt es so schön:

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Und wie bescheuert war es bitte, potentielle Kunden auf SocialMedia zu Duzen aber auf allen anderen Kanälen mit Sie anzusprechen?! Klassischer Anfängerfehler.


Verschaffe Dir einen Überblick

Im völligen Übermut neigen die meisten dazu, einfach anzufangen anstatt kurz über den Weg nachzudenken. Zu dieser Sorte Mensch gehöre ich ebenfalls und lese diesen Tipp auch bei fast allen Marketing-Menschen der Onlinewelt. Jeder ist der Meinung, dass man einfach loslegen solle. Justiert werden kann dann nach und nach. Hier gilt es aber ein anz klein wenig zu differenzieren!

VERSTAND AUS, MUT AN! ist ein super Leitspruch. EINFACH MACHEN ebenso. Beides habe ich mir für 2019 auf die Fahne geschrieben.

Trotz allem hilft es ungemein, wenn Du Dir wenigstens einen groben Überblick verschaffst, bevor der erste Post oder Newsletter live geht. Und hiermit meine ich nicht, dass Du Dich um Planungstools wie later, Trello & Co kümmern sollst, sondern erst einmal überlegst, welche Kanäle Du überhaupt bespielen möchtest.

Es bleibt am Ende nämlich bei keinem ausschließlich bei Social Media oder einem Newsletter. Meist gehören auch eine eigene Website und vielleicht das ein oder andere Printstück wie Flyer oder auch echte Produkte mit dazu.

Erst wenn klar ist, welche Medien Deine Texte benötigen, kannst Du Dir grob überlegen, welchen Berg es nun abzuarbeiten gilt und welche Umfänge dahinter stecken könnten. Und gerade für die Selbständigkeit ganz wichtig: von welchen Du Dir den größten finanziellen Erfolg versprichst.

So wirst Du zum Beispiel nicht unbedingt in einer Woche einen BLOG auf die Beine stellen können, während es aber für Dich als Digital Native kaum zum Problem werden wird, Deinen beruflichen Alltag in Stories zu packen.

Doch was bringen Dir gute Posts, wenn sie am Ende nirgendwo hin führen und nur unterhalten? Kein Link auf einen Beitrag oder zu Deiner Leistung auf der Website?

Bevor Du also darüber nachdenkst, auch noch Ads zu schalten, sollte es ein wenig Content außerhalb der sozialen Medien geben, auf den Du hinweisen oder im besten Fall, zu dem Du verlinken kannst.


Wie schreibst Du nun richtig?

Richtig und falsch gibt es sicher nicht (mehr). Was ich nach Deutsch-LK und meinem Eintritt ins Berufsleben 2003 aber feststellen musste, ist ganz klar, dass die Toleranz beim Thema Schreiben extrem gestiegen (und das Niveau ordentlich gefallen) ist.

Nicht nur in Sachen Rechtschreibung, auch für Umgangssprache gelten spätestens seit Facebook ganz neue Regeln. In meinen ersten beiden Jobs bei Heine und Breuninger wurden E-Mails mindestens noch einmal nach dem Verfassen durchgelesen - im Zweifel sogar von einer zweiten Person. Darüber kann ich rückblickend nur noch lachen. Denn auch der Umgangston der etwas älteren Gesprächspartner (bei mir waren das meist Lieferanten) ist in den letzten Jahren viel flapsiger geworden.

Doch woran liegt das?

Ich denke, es liegt sehr stark an der Geschwindigkeit, die sich geändert hat. Alles muss viel schneller umgesetzt und entschieden werden. Da bleibt wenig Zeit für Korrekturen.

Auch das Miteinander innerhalb bestehender Teams lockert sich durch jeden neuen und jüngeren Kollegen etwas mehr auf. Das DU wird sehr viel schneller angeboten und der Umgang ist damit oft entspannter.

Ich habe zu dem Thema viele Diskussionen zwischen Kollegen und auch Chefs erlebt und es gab selten einen gemeinsamen Nenner. Meist fiel der Spruch, dass sich „Du Arschloch“ leichter sagen ließe als „Sie Arschloch“ und die Mehrheit deshalb gerne bei der klassischen Version bleiben wollte.


Hättest Du mich vor zehn Jahren gefragt, wäre meine Empfehlung ganz klar eine völlig andere gewesen als heute. Nämlich die, „ordentlich“ zu schreiben, nicht flapsig, keine Umgangssprache und um Himmels Willen keine Smileys. Dieses Phänomen hat mich zu Beginn völlig wahnsinnig gemacht. Plötzlich endeten Sätze mit gelben Köpfen. Auch wenn ich im Text selbst gesiezt wurde.

Mittlerweile sehe ich das alles sehr viel lockerer und die wichtigste Empfehlung, die ich Dir mitgeben möchte ist die, Dich nicht zu verstellen.

Sei authentisch. Verkaufe keinem ein X für ein U sondern schreibe das, was Dein Herz Dir sagt.

Sicherlich sollte man ein wenig zwischen SocialMedia-Post und Angebot an einen Kunden unterscheiden. Auch in Printmedien finde ich Rechtschreibfehler noch immer unverzeihlich, während ich online der Devise folge, lieber schneller live zu gehen und Themen umzusetzen als meine Texte mehrfach Korrektur zu lesen.


Was sind Keywords und warum sprechen alle über SEO?

Auch wenn Du frei Schnauze schreiben kannst, gilt es einige kleine Regeln zu beachten. Denn Dein Ziel wird es sicherlich nicht sein, die mühevoll erstellen Inhalte in der Versenkung zu verlieren.

Wäre es nicht schön, in Google den 1.Platz der Suche zu belegen? Und das ohne hierfür Unmengen an Geld ausgeben zu müssen?