• Nadine

Wie alles begann...

Aktualisiert: 23. Nov 2019

2018 war die Idee einfach da. Ich wollte wieder mehr als meinen aktuellen E-Commerce Manager-Job bei DEPOT. Wollte wieder etwas bewegen. Ergebnisse sehen. Menschen um mich haben.



Es war eine absolute Bauchentscheidung und ich muss sagen, dass ich in den letzten Jahren genau das gelernt habe. Mehr auf meinen Bauch und mein Herz zu hören. Davor war ich oft fremdgesteuert. Hatte Ziele gesetzt bekommen. Von Chefs. Von der Familie.


"Man sollte nach über zehn Jahren Beziehung doch endlich mal heiraten. Und Kinder willst Du wohl auch keine?! Lieber Karriere, gell?!"

Nun ja. Für dieses Familienziel haben wir uns zum Glück so viel Zeit gelassen, wie es uns als Paar nötig schien. Und am Ende haben doch alle gewonnen. Hochzeit 2014. Kind 2015. Wieso also immer dieser Druck, liebe Familien?!

Beruflich wusste ich selbst nach dem ABI 2002 noch nicht, wohin mein Weg mich führen sollte. Entschied mich also für ein Jahr mit vielen Urlauben und einigen Nebenjobs.

Parallel dazu hartes Brainstorming und unerwarteterweise ein zielführendes Gespräch beim Rastatter Arbeitsamt. Dort stellte eine nette Dame meiner Mutter und mir die Möglichkeiten vor, die man mit Abi nun einmal hat: Uni, FH, BA.

Aha - BA. Noch nie gehört. Ein 50:50 Mix aus Studium und Beruf. Das klang irgendwie interessant, also wurde viel darüber gelesen.


2002 am Atlantik mit unserem roten T3
Direkt nach dem Abi 2002 am Atlantik. Und schon damals war unser roter Bus am Start. Noch in Originalfarbe:-)

Das Glück auf meiner Seite

Am Ende war es einfach nur unfassbar großes Glück. Zu einer Zeit, in der die meisten sich selbst noch nicht gefunden haben. Mit 19. Voller Lebenslust und Feierlaune - aber mit einem bis dato noch sehr eingeschränkten Horizont. In dieser Zeit fand mein Weg wohl eher mich als umgekehrt.

Dann also ein BWL Studium an der Berufsakademie in Mannheim.

BWL war eine reine Vernunftsentscheidung. Denn wenn man Lust auf "irgendwas mit Marketing" hat (aber auch noch nicht so recht weiß, worauf genau), studiert man eben etwas, mit dem einem angeblich alle Türen offen stehen.

Und das taten sie tatsächlich!

Ich hatte einfach nur großes Glück, dass mein Ausbildungsbetrieb Mode & Möbel verkaufte. Und dieses Thema war genau meins. Klamotten. YES!

Der Versandhändler HEINE war ein wunderbarer Ausbildungsbetrieb. Super strukturiert. Alle Abteilungen durfte ich durchlaufen und die Schwerpunkte im letzten Quartal setzen. Bei mir waren das die Abteilungen Einkauf & E-Commerce. Und das war die beste Entscheidung ever!!

Ohne damals zu wissen, dass ich irgendwann tatsächlich im E-Com "enden" würde.

Zum Ende des BA-Studiums 2006 habe ich mich noch 2x/Jahr in Asien gesehen. Auf Einkaufsreise für die DOB Abteilung (=Damenoberbekleidung - sagt man das heute noch?!). Onlineshops gab es wenige in Deutschland. Social Media bestand irgendwie nur aus StudiVZ.

Kaum einer konnte sich damals vorstellen, welch irre Chancen diese neue Welt einmal bieten würde.

Praxissemester im OTTO Office Hong Kong
2003 beim Praxissemester im OTTO Office Hong Kong


Studium vorbei - auf zu den Schwaben

Holla die Waldfee. Stuttgart. Nun ja. Ohne Kommentar. Oder doch - ein Kleiner muss sein: Stadt ganz ok - Leute eher schwierig. Im Job zum Glück nicht. Alle waren wirklich nett zu mir.

Trotzdem eine harte Schule dieser BREUNINGER. Das Assessment Center überlebt und ab in den Einkauf!

Ich habe unfassbar viel gelernt in diesen zwei Jahren. Aber auch hier hatte ich schlicht und einfach Glück in genau "meinem" Team zu landen:

Lovely Bootcamp würde ich unser 3-er Gespann heute wohl taufen. Eine knallharte, disziplinierte Einkäuferin als Chefin, der es aber keinesfalls an Herz fehlte.

Und eine Sachbearbeiterin, die mir im Notfall auch nachts um 4:00 Uhr noch den A... gerettet hätte (was wir auch einmal -leider erfolglos- versucht haben).


Bereits nach drei Monaten durfte ich alleine einkaufen. Bei Betty Barclay, BCBG, Max Mara, S.Oliver und vielen anderen Anbietern. Ein irres Gefühlt mit Mitte 20 Kundin zu sein und von den Lieferanten hofiert zu werden.

Blut geleckt.


Breuninger Einkauf
2007 im Breuninger Büro mit den anderen Junior Einkäuferinnen (was zum Geier habe ich da bitte an?!)


Düsseldorf, ich komme!

Die beste berufliche Entscheidung meines Lebens. Düsseldorf. ESPRIT. Der Knaller diese Kombi aus lebendiger Stadt und internationalem Beruf. Plötzlich sollte in Meetings Englisch gesprochen werden. Und am Telefon im Großraumbüro.

Nach ein wenig Überwindung war das jedoch sehr schnell normal.

Und ich plötzlich verantwortlich für die Marke ESPRIT Women Collection in 160 Filialen in der Schweiz, England, Spanien, Portugal, Irland und Österreich. Verrückt.

Und anstrengend. Zu wenig Leute im Team und jeden Monat grüßte das Murmeltier. Wieder eine neue Order-Runde. Wieder selten Feierabend vor 20.00 Uhr. Unter ordern versteht man die dort monatlich stattfindende Einkaufsrunde, in der jede Abteilung ihre Kollektion für die Filialen jedes Landes auswählt.

Mit Mitte zwanzig und viel Freude am Job war das aber damals völlig ok (für mich).


Trotzdem hatte ich bei einer internen Stellenausschreibung ein leichtes Kribbeln im Magen. Alle rieten mir davon ab. Was wolle ich denn im E-Commerce? Die Abteilung sei schwierig und man müssen Mandarin und Französisch sprechen können. Gut - das konnte ich tatsächlich nicht, aber wenn sie mich trotzdem mögen und auch sonst niemanden finden würden, der vier Sprachen spricht, hätte ich vielleicht einen Chance. Und was gab es schon zu verlieren?!

Wieder das Glück auf meiner Seite und nach zwei oder drei Gesprächen hatte ich den Job als Global E-Commerce Manager bei ESPRIT.

Meine täglichen Aufgaben waren die Betreuung der Shootings und die daraus zu erstellenden Banner und Produktbilder sowie der Newsletter. Sehr abwechslungsreich und spannend mit Modelagenturen zu arbeiten, Designagenturen zu steuern und ein unfassbar großes Umsatzvolumen zu verantworten.

Trotz allem sagte mein Bauch, dasss ich den Einkauf nicht völlig aufgeben sollte. Oder es war gar nicht der Bauch sondern meine gelernte Vernunfts-Denke. Ganz nach dem Motto: Behalte einen Fuß in der Tür, falls Dir dieses Internetzeugs doch nicht gefallen sollte. Egal. Ich war jedenfalls voll mit dem neuen Job ausgelastet und auch erfüllt, hakte in regelmäßigen Abständen aber trotzdem bei meiner Chefin nach, ob ich ich nicht auch weiterhin einen kleinen Einkaufsbereich für den Onlineshop einkaufen dürfe. Und ich durfte! Sports, Maternity, Body-und Swimwear wurden meine Babies und selbst mit diesen "kleinen" Randsortimenten betreute ich ein Umsatzvolumen im sehr hohen zweistelligen Millionen-Bereich. Total verrückt - und gleichzeitig sowas von cool...